Digitale Transformation statt Disruption

Rolf Stephan Rolf Stephan, Apr 8, 2019 10:45:31 AM

Warum sich Unternehmen mit der Digitalisierung so schwertun (1)

Digitale Transformation statt Disruption

Warum sich Unternehmen mit der Digitalisierung so schwertun

Von Rolf Stephan, COO AXON Ivy

Transformation ist das eine, Disruption das andere. Ersteres ist die Pflicht, zweites die Kür. Beides wird gerne stellvertretend für die Digitalisierung verwendet, dabei sind es zwei verschiedene Dinge. Digitale Transformation meint nur selten die Erfindung eines neuen Geschäftsmodells, sondern vielmehr die Digitalisierung von Prozessen innerhalb des Unternehmens. Disruption hingegen ist ein radikaler Umbruch und eine Neuausrichtung des Unternehmenskonzepts. Diese Unschärfe sorgt dafür, dass viele Mittelständler und KMUs davor zurückschrecken, das Thema Digitalisierung überhaupt anzugehen und sich so selbst ausbremsen.

Digitale Transformation ist da nötig, wo es um Wettbewerbsfähigkeit durch Agilität, Effizienz und Schnelligkeit geht und dort, wo sich Kundenbedürfnisse verändert haben und diese nicht mehr durch die bestehende Value Proposition gedeckt werden können. Oder schlicht um die Wettbewerbsfähigkeit und Akzeptanz am Markt, bei Kunden und Geschäftspartnern zu erhalten. Ein „analoger“ Auftritt wirkt altmodisch und kann schlimmstenfalls zu einem Akzeptanzverlust bei Kunden und Geschäftspartnern führen.

Durchgehend digitalisieren

Die wesentlichen Erfolgskriterien für eine digitale Transformation sind durchgehend digitalisierte Geschäftsprozesse und deren konsequente Optimierung. Der große Fallstrick ist, dass Unternehmen dazu neigen, nur diejenigen Prozesse zu digitalisieren, die unmittelbar zur Leistungserbringung beitragen, beziehungsweise jene, die direkte Touch Points mit den Kunden haben. Was fehlt, ist eine Digitalisierung der unsichtbaren Prozesse einschließlich des Back-Ends. Hier liegt ein enormes ungenutztes Potenzial.

Betrachtet man das Tagesgeschäft von Unternehmen, sieht man viele manuelle Arbeiten, Medienbrüche und riesige Excel-Sheets, deren Pflege immer mehr Zeit in Anspruch nimmt und die sogar an Kunden raus- und hin- und hergeschickt werden. Qualitativ hochwertiger Kundenservice sieht anders aus. Eine durchgängige Digitalisierung der End-to-End Prozesse ist notwendig, um einen zeitgemäßen und antizipierenden Kundenservice zu leisten.

Digitalisierungsplattformen bieten die Möglichkeit, schnell und einfach Geschäftsprozesse zu digitalisieren. Sie bilden eine schlanke Agilitätsschicht, die an Bestandssysteme andockt und deren Funktionen, Daten, Logiken und Geschäftsregeln dann so orchestriert und nutzt, dass Informationen zum richtigen Zeitpunkt für Kunden, Mitarbeiter und Partner verfügbar sind. Zudem sind Digitalisierungsplattformen problemlos skalierbar und dank grafischer Modellierung und Low-Coding auch vom Fachbereich einsetzbar, ohne große IT-Ressourcen zu binden.

Geführte Geschäftsprozesse

Anwender werden in der Digitalisierungsplattform durch die Prozesse geführt. Wann sie wo und was in welchem System durchführen müssen und welche Sonderregelungen und Abweichungen dabei zu beachten sind. Diese lästigen und zeitintensiven Aufgaben und Informationen übernimmt die Plattform. Das wiederum kommt dem Kunden zugute. Er profitiert direkt davon, wenn Services und Abläufe reibungslos und schnell funktionieren und seine Bedürfnisse einfach und unkompliziert befriedigt werden.

Für Unternehmen ist die Einführung einer Digitalisierungsplattform ein wichtiger Schritt, um mit dem allgegenwärtigen digitalen Wandel Schritt zu halten und weiterhin am Markt erfolgreich zu sein. Disruptiv ist sie nicht notwendigerweise. Doch für die meisten Unternehmen ist eine komplette Ausrichtung auf ein neues „digitales Geschäftsmodell“ auch nicht nötig. Die digitale Transformation hingegen gehört ganz oben auf jede Prioritätenliste für die kontinuierliche Verbesserung jedes Unternehmens.

Über AXON Ivy
Die AXON Ivy AG hat ihren Sitz im schweizerischen Luzern und Niederlassungen in München, Wien, San Francisco und Singapur. Die Axon.ivy Digital Business Platform ist Marktführer in der Schweiz und zählt in Deutschland zu den Top 3 Anbietern. Sie wird bei führenden Analysten wie Gartner und Forrester hoch bewertet. Bei Gartner ist die Plattform seit drei Jahren in Folge auf dem Magic Quadrant, bei Forrester auf der Wave für „Digital Process Automation“. Die Axon.ivy Digital Business Platform entstand an der ETH Zürich. Das Spin-Off ist heute Teil der 700 Mitarbeiter großen AXON Gruppe, die von Stefan Muff, einem der Erfinder von Google Maps, gegründet wurde.

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